MULTI MEDIA KUNST VERLAG DRESDEN
Buch OSTWEST BLUES von Hans Kromer
Hans Kromer [mehr zum Autor]

OSTWEST BLUES

Die ergötzlichen Abenteuer des unsterblichen Dichters Emile von Döblin
Ein Schelmenroman im Spiegel deutsch-deutscher Geschichte
(Titelbild: Michael Hofmann "Frau mit schwarzen Strümpfen")
400 Seiten, 22,00 €
ISBN 978-3-9700002-2-5

Kurze Inhaltsangabe des Buches

In 45 eindrucksvoll erzählten, heiter-absurd pointierten Episoden zeichnet der Autor den steinigen Weg eines nicht angepassten Dichters auf der Suche nach humanistischen Idealen wie Freiheit, Selbstverwirklichung, Liebe, literarische Anerkennung in der kommunistischen DDR und im neuen, wiedervereinten Deutschland. Trotz der Knüppel, die ihm das Leben in den zwei unterschiedlichen Welten immer wieder zwischen die Beine wirft, lässt er sich nicht die Freude am Schreiben, an der Kunst, am Leben nehmen. Im Gegenteil, er macht sich seine eigenen, tiefgründigen Gedanken darüber und lacht über all die Misslichkeiten und Gefährdungen, wobei er im Leser Assoziationen weckt, die ihn emotional berühren und ihn heiter nachdenklich seine eigenen Geschichten erinnern und miterzählen lassen.

Kapitelbeispiele:

KINDHEIT 1  Wie ich meiner Mutter den schönsten Augenblick ihres Lebens verschaffte
2  Wie ich gelassen den Zweiten Weltkrieg überlebte
5  Wie ich das erste Mal ein Liebesspaar beobachtete
OSTZEIT 4  Wie ich mich das erste Mal ausmustern ließ
13 Wie ich mit dem berühmten Maler Hundertschwanz zwei bildhübsche Jungfrauen verführte
14 Wie ich mein erstes Westauto kaufte
19 Wie ich in Leningrad mit dem Parteisekretär schlief
22 Wie ich in die innere Emigration ging
24 Wie ich mich aus der DDR herausheiraten wollte
Westzeit 6  Wie ich mit meiner Stasiakte umging
7  Wie ich versuchte, mich von einem Ostmenschen in einen Westmenschen umzuwandeln
8  Wie ich auch noch den Führer kennenlernte
9  Wie ich das Kloster „Zum frommen Emile“ gründete

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Leseprobe

Hans Kromer liest aus "OST-WEST-BLUES"

Gesendet von MDR FIGARO am 11.5.2013 nach einem Live-Mitschnitt im Tom Pauls Theater Pirna vom 5.5.2013


Rezensionen / Leserstimmen zu OST-WEST-BLUES (Auswahl)

MDR "Figaro" 10.9.2012 Ina Namislo

 

Buch - Rezension Sächsische Zeitung OSTWEST BLUES von Hans Kromer


Sächsische Zeitung vom 12. Januar 2013 über Hans Kromer - Lesung Ost West Blues

 Dresdner Morgenpost am Sonntag, 17. 02 2013, Autor: Christian Hellermann


Dresdner Morgenpost vom 17. Februar 2013 über Hans Kromer - Lesung Ost West Blues


Das ist wirklichkeitssatt und klar ...
Hubertus Giebe
Großartiges Buch. Ein Hochgenuss!
Christoph Tannert
Willkommen im Deutschland der unerfüllten Hoffnungen
Jens Hoyer Döbelner Anzeiger
Es ist starker Tobak dabei
Franziska Schenk
Ein Buch, das einen richtig froh macht.
Michael Horwath
Interessant für mich die Mischung von realgeschichtlichem Ernst und der teilweise bis zum Absurden getriebenen Komik.
Georg Wahl
Das Kultbuch des Ostens
Hermann Preller
Ein Meisterwerk
Helmut Wenske

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Buchpremiere OST-WEST-BLUES 6 Fragen an den Autor Herr Kromer, Sie haben einen Schelmenroman geschrieben. Der Schelm heißt Emile von Döblin, über- lebt den Krieg, auch die DDR und die neue Zeit nach der Wende. Warum mussten Sie dieses Buch schreiben? Ich wollte etwas weitergeben von meinen Erfahrungen aus der Kindheit, aus Ostzeit und aus West- zeit hier im östlichen Teil Deutschlands. Von den Kämpfen, die dieser Emile, der ja eine Art ( ost- ) deutscher Don Quichote ist, geführt hat, um sich in der Zeit zu behaupten. Ohne seine Ideale, ohne sein Gesicht zu verlieren. So sind denn auch die Siege und Misserfolge, über die der Held seine Leser schmunzeln lässt, mehr oder weniger überhöhte authentische Grotesken aus jüngster deutscher Ge- schichte, die zum Nicht-Vergessen, zum Nach-Denken, zu einer allzeit kritischen Distanz zu wichtigen Entscheidungen im Leben anregen sollen. Natürlich habe ich das Buch auch schreiben wollen, um mit all jenen Gleichgesinnten im Dialog zu bleiben. Die Kunst zu üben, über die gelegentliche Absurdität des Lebens - und sei es die eigene - lachen zu können. Lebensfreude weiterzugeben. Trotz allem … Sie sind vor der Wende in die „Innere Emigration“ gegangen. Sie beschreiben in Ihrem Buch, wie sich der fiktive Held im Untergrund bewegt - Es ist die Welt freier Gedanken, der Weltliteratur, der Erkenntnisse der älteren, aber vor allem auch der jüngeren Philosophie, die uns die Oberwelt und deren Fehler, die sie macht, unter denen wir, wenn wir uns ihnen nicht zu entziehen vermögen, leiden, scharfsichtiger, kassandrahafter, wie es Christa Wolf einmal versucht hat, in eine Parabel zu bringen, erkennen, bekämpfen, negieren lässt. Also die Frage nach dem richtigen Weg, der richtigen Entscheidung. Wenn auch nicht gleich mit der selbstmörderischen Absicht des Revolutionärs sofort und gleich für alle - so doch für sich - und damit auch als munterer Wink für seine Umgebung - mit ungewöhnlichen, nachahmenswerten Verhaltens- und Handlungsweisen beantworten zu können. Die Emigration im eigenen Land - das heißt, sich sei- ne eigenen Gedanken zu machen, nach eigenem Gutdünken zu leben - ist heute von der Obrigkeit ja ebenfalls nicht sonderlich erwünscht, aber - Gott sei Dank - nicht mehr verboten. Heute bleibt es jedem selbst überlassen, jene freie Grenze soweit zu überschreiten, bis er in bodenlose Tiefen fällt oder vor Nicht-genug-bekommen-können platzt. Nach der Wende haben Sie einen Verlag gegründet? In Ostzeit wurden meine aus geöffneten Briefen entnommenen Gedichte, mit denen alles begann, vom damaligen Vorsitzenden des Dresdner Schriftstellerverbandes, IM „Weißbach“, für seine Vorge- setzten mit dem Fazit ‚Aufruf zur Provokation‘ „begutachtet“. Es gab für nicht systemkonforme Texte wenig Möglichkeiten der Veröffentlichung. Für die westlichen großen Verlage aber, wusste ich schon vor der Wende, ist vor allem Geld, sind also sind nicht Gedichte, sondern Romane, möglichst Kassen- füller interessant. Was in der DDR verboten war, ließ sich jetzt ohne Umschweife nachholen: einen Verlag gründen. Meinen ersten Gedichtband herausgeben. Es folgten DRESDNER KUNST Kalender, Kunstpostkarten mit 50 Motiven bekannter Dresdner Künstler. Eine golden besonnte, nicht jedem zugängliche Sackgasse allerdings, was den Dichter und Schriftsteller betrifft. Mittlerweile zu alt und zu unbekannt für die großen Verlage im Westen, den von ihnen beherrschten Literatur- und Buch- markt. Aber der kleine Verlag hat bis heute überlebt! Geschäftlich eine Erfolgsstory - wenn auch eine bescheidene - mit durchweg schwarzen Zahlen. Und der Schreiber zwei Mal mit einem Buch in einem anderen Verlag „fremdgegangen“ ist. In den 60erJahren waren Sie Leistungssportler, Hürdenläufer. Inwieweit konnten Sie davon für die Literatur profitieren?“ Für Olympiakader gab es regelmäßig ein- oder mehrwöchige Trainingslager. Man konnte die langen Regenerationspausen zwischen den kurzen, verhältnismäßig hohen Belastungsphasen mit Skat- spielen oder Lesen, Studieren von Weltliteratur ausfüllen. Die großen Russen, Tolstoi. Die großen Amerikaner, Steinbeck. Nouveau Roman. Und natürlich die großen alten Deutschen von Goethe über Thomas Mann bis Brecht. Die Grenzerfahrung mit dem Körper war überraschenderweise auch eine Grenzerfahrung für den Kopf, den Intellekt. Als Verallgemeinerung gar in jedem Fachgebiet von jedem Fachmann wün- schenswert. Natürlich auch für jedwedes Agieren im privaten gesellschaftlichen Umfeld, wenn es darauf ankommt, seine persönlichen Grenzen - moralische, materielle usw., die seiner Mitmenschen, z. B. der wahnwitzigen Finanzjongleure oder gar der ganzen Menschheit zu erkennen. Am 17. Februar lesen Sie in der Villa Teresa in Coswig aus Ihrem neuen Buch OST-WEST-BLUES. Wie wichtig ist Ihnen diese Lesung, die ja der Auftakt für weitere zahlreiche Lesungen an anderen Orten ist? Nach der etwas bescheideneren Generalprobe in der Bibliothek Blasewitz (in dessen Wohngebiet ja auch ein Abenteuer spielt - in Radebeul bei Coswig spielt übrigens auch eins) freue ich mich sehr auf diese Lesung zusammen mit dem Musiker Hartmut Dorschner, der sie mit Saxophon-Jazzimprovisa- tionen auflockern und in eine künstlerisch zweite Dimension führen wird. Sie und die folgenden Le- sungen sind - wie es der Dresdner Malerfürst, Kollege an der Akademie, und Künstlerkumpel Klotz einmal formuliert hat -, das Zusammentreffen mit der Wirklichkeit‘. Mit dem personifizierten Leser- publikum. Das in diesen Stunden seine eigenen Geschichten, aber auch unser aller Geschichte mit- erinnern, sie dazu erzählen, ja mitschreiben kann. Rumoren im Hinterkopf bereits Pläne für ein neues Buch? Dafür braucht es vorerst noch viel Zeit und Sonne zum Reifen. Vor dem möchte ich gern erst einmal eine alte Idee ausformen: Ein Libretto für eine Futuristische Oper. Ein bis zur menschlichen Existenz- grenze getriebenes Opus.
Morgenpost am Sonntag, 17. Februar 2013, Autor: Christian Hellermann


DZ: Der Dresdner Autor und Verleger hat einen fabelhaften Schelmenroman geschrieben

HZ: Kromers Ost-West-Blues

DRESDEN/COSWIG - In seinem Schelmenroman „Ost-West-Blues“ erschafft der Dresdner Autor und Verleger Hans Kromer einen modernen Eulenspiegel, der sich sowohl in der DDR als auch in der Bundesrepublik durchs Leben laviert. Aus dem Buch liest Kromer heute in Coswig.*

Ob als Kind Feldmäuse in der Stadt verteilen oder als Erwachsener sich in der DDR ein Westauto besorgen - Emile von Döblin, der Held des Buches, ist Schelm und kreativer Überlebenskünstler. Mit erstaunlicher Hartnäckigkeit erkämpft er sich Frauen, Genehmigungen und Formulare. So fährt er statt eines neuen Trabis einen alten VW. Mit ähnlichen Tricks kommt er zur Traumwohnung.

Der Dresdner Autor Hans Kromer erzählt mehr als lustige Anekdoten, er versteckt in seinem Buch auch Kritik - an den Verhaltensweisen mancher Menschen, an der DDR und am Herdentrieb im Kapitalismus: Als Emile zur Frankfurter Buchmesse bei einem Architekten übernachtet, erzählt der ihm von seinen Schulden. „Warum haben Sie diese Häuser gekauft? Sie brauchen Sie doch gar nicht!“, wundert sich Emile. „Wir alle haben damals Häuser gekauft“, antwortet der Architekt.

Nicht der Herde nachrennen, sondern Distanz wahren und die Dinge nehmen, wie sie sind - Emile macht für sich das Beste aus allen Situationen. Mit Spaß am Experimentieren und Gelassenheit laviert er sich sowohl durch die DDR als auch durch die Bundesrepublik. Dabei sieht Hans Kromer als Triebfeder der Kreativität seines Protagonisten eine gewisse Traurigkeit - deshalb das Wort „Blues“ im Titel. „Man kommt nie zu dem idealen Punkt, den man sich gewünscht hat“, sagt Kromer.

Die Idee zu dem Schelmenroman kam ihm in seiner Zeit als Lehrer an der Dresdner Hochschule für Bildende Künste (HfBK). „Eine Bühnenbild-Studentin bat mich um Hilfe, den Stoff von Till Eulenspiegel als Theaterstück zu dramatisieren“, erzählt Kromer. Von dieser Geschichte war er so begeistert, dass er sich sagte: „So etwas muss ich auch mal schreiben“.

Emile von Döblin - noch vor dem Zweiten Weltkrieg geboren, erlebt DDR, Wende und BRD. Er unternimmt teilweise absurde Anstrengungen um für sich das Beste herauszuholen. Er gründet einen kleinen Verlag - wie es auch der Autor im echten Leben getan hat.

Bevor Kromer zur Literatur wechselte, war er, selbst Leistungssportler (110 Meter Hürden), Sportlehrer an der HfBK. Nach der Wende, 1990, kündigte er und gründete den Multi Media Kunst Verlag (der auch das aktuelle Buch herausgebracht hat) - 52 Jahre alt war er damals.

Interessiert haben ihn Kunst und Literatur zeit seines Lebens - in Volkshochschulkursen beschäftigte er sich mit Germanistik. Nebenbei schrieb er - meist surreale - Gedichte. Doch die waren in der DDR verdächtig, es erschienen nur wenige. So war eine der ersten Publikationen im neu gegründeten Verlag der Band „Liebeserklärung“ mit eigenen Gedichten.

Kromer verlegte Postkarten und bis 2000 den Dresdner Kunstkalender. „Ich konnte davon leben“, sagt er. Schulden habe er nie gemacht. Als Pensionär ist der mittlerweile 74-Jährige nun nicht mehr auf den Verlag als Lebensgrundlage angewiesen. „Es war nicht mein Ziel, ein bedeutender Verleger zu werden. Es war eher Mittel zum Zweck, mich als Dichter und später als Schriftsteller zu profilieren“, sagt er.

Es steckt viel vom Autor in der Figur Emile von Döblin: „Die innere Haltung ist identisch“, sagt Kromer. Die Lebensumstände unterscheiden sich wohl. Die Geschichten, die erzählt werden, hat Kromer aus der Wirklichkeit genommen, viele selbst erlebt. „Die Geschehnisse waren so absurd, dass ich nichts dazu erfinden musste“, sagt er. Personen und Orte hat er verfremdet. Die Episode einer Reise nach Leningrad, als ein Parteisekretär im Bett nebenan mit einer Studentin schläft, habe es gegeben - allerdings bei einer anderen Reise.

Groteske Geschichten wie diese machen die Lektüre von „Ost-West-Blues“ besonders amüsant, aber sie stimmen auch nachdenklich.

* Hans Kromer: „Ost-West-Blues“, Verlag Multi Media Kunst, 22 Euro. Lesung heute um 16 Uhr in der Villa Teresa, Kötitzer Straße 30, Coswig, Restkarten (18 Euro) an der Tageskasse.

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